TLAP
Tamalpa Life /Art Process®

Der Prozess

Wir glauben, dass Bewegung und Tanz ein Weg ist für alle Menschen, ein 

kreatives Leben zu leben - eines, das Heilung und soziale Transformation einlädt und
unterstützt.

Dieser Prozess basiert auf den folgenden Prinzipien:

  • Unsere Körper sind Werkzeuge des Bewusstseins.
  • Es gibt eine Beziehung und ein Spiel zwischen physischem Körper,
    Emotionen und unserer Vorstellung.
  • Körperempfindungen, Haltungen und Gesten spiegeln unsere Geschichte,
    unsere Kultur und unsere Art zu sein.
  • Wenn wir uns in Bewegung, Tanz und darstellender Kunst ausdrücken,
    werden die aktuellen Themen in unserem Leben enthüllt.
  • Wenn wir an unserer Kunst arbeiten, arbeiten wir auch an Themen unseres Lebens.
  • Die Symbole und Metaphern, die wir in unserer Kunst schaffen enthalten wertvolle Botschaften für unser Leben.
  • Wie wir als Künstler_In arbeiten lehrt uns etwas über unser Verhältnis zu
    uns selbst, anderen Menschen und der Welt.
  • Wenn wir in unserer Kunst positive Visionen verkörpern, schaffen wir Bilder und Modelle,
    die unser Leben leiten können.
  • In unserer Kunst können wir ausdrücken, was uns verstört undwas wir
    feiern wollen.
  • Indem wir lernen, mit kreativen Prinzipien zu arbeiten und uns in
    unserer Kunst zu üben, wenden wir, was wir lernen, auf alle Bereiche unseres Lebens an.

Die Werkzeuge 

Der Körper

Wir leben in und durch unsere Körper.
Der Körper enthält und entfaltet unsere gesamte Lebenserfahrung.
Durch unseren Körper können sich die physische, emotionale, mentale und spirituelle Ebene unseres Seins
miteinander verbinden.
Durch unsere Körper kommen wir dazu uns und die Welt tief kennenzulernen.
Ausdruck, Heilung, Veränderung und Transformation sind möglich durch Akte der Verkörperung.
Welches Wissen, welche Weisheit hält der Körper für uns bereit?

Bewegung & Tanz

Bewegung ist die primäre Sprache des Körpers.
Durch den Körper in Bewegung enthüllen und drücken wir unsere Persönlichkeit und unsere Konditionierungen aus.
Und durch Bewegung ist es uns möglich neue Ressourcen zu entdecken.
Alles im Leben ist Bewegung, alles im Universum bewegt sich.
Wenn wir sagen Bewegung ist wie ein Tanz, dann ist jeder Mensch ein Tänzer_, eine Tänzerin.
Welches sind die Tänze, die unsere Seelen rufen ?

Malen & Zeichnen

Wenn wir Pigmente auf Papier bringen, ringen wir mit den Geschichten,
die unsere innere und äußere Welt formen. Malen hält Bewegungen und
Gefühle fest, nachdem sie aus Zeit und Raum verschwunden sind. Sie sind
Geschenke unserer Phantasie. Was sind die Farben, Formen, Strukturen und
Symbole unserer Vorstellung? Was malt/ zeichnet sich?

Dialog

Wenn wir Worte finden und formen, beginnen wir, unsere individuelle und
kollektive Geschichte zu erzählen. Was sagen wir,wie sagen wir es, und
welche Erzählung erschaffen wir für unsere ur-eigenen Geschichten und manchmal auch für die der Welt,
denn spätestens hier merken wir sehr deutlich, dass wir eins mit der Welt sind.
Worte zu finden, auszusprechen und aufzuschreiben bringt Ästhetik und Bedeutung in unsere Sprache zurück.

Improvisation

Wir lernen zu spielen, ernsthaft, intensiv, spontan.
Wir gehen Risiken ein, experimentieren, geben uns voll dem Moment hin, lassen Urteile und
das Streben nach Ergebnis los. Oder gehen ganz bewusst in den Akt des Urteilens, Streitens- Übertreibens.
Wir bleiben offen, bereit überrascht zu
werden, nichts ist ein Fehler, mit allem kann man arbeiten. Wir arbeiten
kreativ mit allem, was auftaucht. Spontan, unbekannt, spielerisch, was
wird geschehen?

Performance

Performance ist eine Metapher dafür, nach vorne und nach draußen zu
kommen und gesehen zu werden, mit all unseren Sinnen zu kommunizieren.
Wir begegnen Lampenfieber und Aufregung, unseren Hemmungen und
Durchbrüchen, wir schauen der Welt ins Auge. Wir verbinden unsere
persönliche mit der kollektiven Geschichte. Können wir präsent und
authentisch bleiben? Wie bewegen wir die Zuschauenden?

Reflektion

Wir erforschen die Bedeutung unserer Entdeckungen. Was erzählt meine
Kunst mir? Was ruft deine Kunst in mir hervor? Was hat das mit meinem
Leben zu tun? Was lerne ich? Was würde ich gerne anders machen? Was
steht im Weg? Was sind die verfügbaren Ressourcen? Wie können wir
künstlerisch in unseren Beziehungen und Gemeinschaften leben?

Die Methoden

Der psychkinetische Imaginationsprozess

Dieses System erkundet die Beziehung zwischen Körper, Gefühl und Bild,
indem es zwischen Bewegung, Zeichnung und Dialog alterniert.

Fünf-Phasen Prozess

Hier geht es darum, Lebensthemen und Ereignisse therapeutisch
aufzuarbeiten, um Ressourcen für Kreativität, Einsicht und Veränderung
freizulegen.

Kreatives Schreiben

Ressourcen finden, Journale/ Art Tagebuch schreiben, Gedichte, Aphorismen,
Dialoge für Körperteile, Geschichten schreiben, Gestalt-Dialog nach Fritz Perls

Zeugenschaft & aktives Zuhören

Die Schüler_Innen lernen spezielle Kommunikationsmethoden zur Konfliktlösung
und Feedback zu geben und zu empfangen. Wir haben einen speziellen
Ansatz, nicht-kritisches und nicht-analytisches ästhetisches Feedback zu
geben, indem wir die individuelle Erfahrung hervorheben:
Ich sehe, Ich höre, ich fühle, ich stelle mir vor ...

Tanz in der Natur 

Diese Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur transformierenden Kraft des TLAP.
„Erst jetzt bin ich bereit zu akzeptieren, dass es eine spirituelle Ebene gibt. Früher glaubte ich nur an das, was `real` ist. Doch alles ist verbunden. Die Arbeit mit der Natur ist mir wichtig, denn draußen merke ich, wie ich Teil eines großen Zyklus bin. Da bereite ich mich auf meinen letzten Moment vor.“
(Anna Halprin im Gespräch mit Eva Hurley)

Aus der Beschäftigung mit dem jeweiligen Element (Holz, Stein/Fels, Sand, Meer, Wind) oder gewählten Ort mit allen fünf Sinnen (Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Kinästhetik) entstehen Naturtänze („Environmental Dance“). Die Begegnung mit der Natur kann ungeahnte Potentiale und Erkenntnisse wecken z.B. das Erkennen der eigenen Stärke, Zartheit, Verletzlichkeit, Beständigkeit und Freiheit. Die eigenen Lebensthemen können in einem größeren, universellen Zusammenhang erlebt werden.